Lösungen/ Kommentare
Zu Aufgabe 1
Der behandelte Fall ist der üblichste der Zentralperspektive, er wird manchmal auch Einpunktperspektive genannt. Hier gibt es üblicherweise keine Festlegung für die Richtung der zur Bildebene parallelen Kanten (auf lotrecht, horizontal).
Die zu
parallelen Kanten sind auch im Bild zueinander parallel, ebenso die zu
parallelen Kanten. Die zu
parallelen Kanten verlaufen im Bild in der Verlängerung durch den Fluchtpunkt F.
Das Ziehen an A, B, C oder D bedeutet eine Veränderung der Gestalt oder der Lage des Quaders.
Das Ziehen am Fluchtpunkt F entspricht dagegen einer Veränderung der Position des Betrachters. Dadurch können die Schüler durch einfaches Ziehen mit der Maus die Ansicht des Körpers verändern und die Auswirkungen der Veränderung des Betrachterstandpunktes studieren.
Zu Aufgabe 2
Die hier behandelte Zentralperspektive ist die Zweipunktperspektive und wird auch Übereckperspektive genannt. Diese wird oft in architektonischen Zeichnungen eingesetzt. Von daher ist es üblich, die Fluchtpunkte auf einer horizontalen Linie zu halten und die parallel zur Bildebene verlaufende Kante lotrecht zu zeichnen.
Zu Beginn der Konstruktion erscheint es gleichgültig, ob man die horizontale Gerade durch zwei Punkte oder als Basisgerade konstruiert. Aber man sollte man auf keinen Fall die Gerade h durch zwei Punkte konstruieren, weil man dann h nicht mehr parallel verziehen und in der Folge nicht mehr die Auswirkungen der Veränderung des Horizonts studieren kann.
Um beim Gerade aufziehen eine genau horizontale Gerade zu erhalten, muß man mit etwas Geschick an die Arbeit gehen und vielleicht ein zweites Mal probieren. Alternativ kann man aber in EUKLID auch eine Gerade durch einen Punkt parallel zur x-Achse konstruieren. Diese Gerade kann man auch parallel verziehen, in dem man an dem entsprechenden Punkt zieht.
Je nach Veränderung des Horizonts wechselt die Perspektive von Normalperspektive zur Vogelperspektive oder zur Froschperspektive.
Erfahrungsgemäß haben die Schüler in dieser Aufgabe Probleme, die Kanten "zu fluchten" und wollen immer wieder weitere Kanten außer den vertikalen parallel zeichnen. Dies zeigt aber nur, welche Defizite in der Raumanschauung trotz (wegen ??) des üblichen Geometrieunterrichts vorhanden sind. Hier sind Hilfen des Lehrers und eine gründliche Besprechung unverzichtbar.
Zu Aufgabe 3
Es ist immer wieder ein großes Problem, Grundriß und Aufriß mit der Vorstellung eines dreidimensionalen Körpers zu verbinden. In dieser Aufgabe kann man besonders gut Raumanschauung schulen, weil in einem Bild Grundriß/ Aufriß und auch Schrägbild ein und desselben Körpers vorhanden sind. Beim Verändern von Basispunkten kann man sehr schön auf einen Blick sehen, wie sich das auf die einzelnen Rißbilder auswirkt.
Sowohl die Durchführung der Konstruktion als auch die Entwicklung des zugehörigen Raumverständnisses ist nicht ganz einfach. Deshalb ist diese Aufgabe auch sorgfältig in Etappen (Punkt, Rechteck, Quader) aufgeteilt. In jeder Teilaufgabe ist es sinnvoll, die Auswirkungen des Ziehens an den Basisobjekten zu studieren, um schrittweise ein Verständnis aufzubauen.